Working Agreements: Eure Team-Charta fürs Gründerduo
Ein starkes Gründerduo entsteht nicht zufällig. Mit einem klaren Working Agreement designt ihr bewusst, wie ihr zusammenarbeitet – von Erreichbarkeit über Entscheidungen bis Konfliktlösung. Eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung für eure Team-Charta.
Vasper Team
09. Mai 2026
Working Agreements: Eure Team-Charta fürs Gründerduo
Die meisten Gründerduos scheitern nicht an der Idee – sondern aneinander. Missverständnisse, unausgesprochene Erwartungen, schwelende Konflikte. Genau das lässt sich vermeiden, wenn ihr eure Zusammenarbeit bewusst designt, bevor der echte Stress startet.
Ein Working Agreement ist eure gemeinsame Team-Charta: ein Dokument, in dem ihr festhaltet, wie ihr als Gründerduo arbeiten wollt. Es klärt Themen wie Erreichbarkeit, Entscheidungen, Rollen, Feedback, Urlaub und Konfliktlösung. Kein Juristen-Deutsch, keine 20 Seiten – sondern klare, ehrliche Vereinbarungen, hinter denen ihr beide steht.
In diesem Artikel bekommst du:
- eine einfache Struktur für euer Working Agreement
- konkrete Beispiel-Formulierungen, die du direkt übernehmen kannst
- Tipps, wie ihr heikle Themen wie Geld, Equity und Konflikte sauber besprecht
- eine Checkliste, mit der ihr in 2–3 Sessions zu eurer eigenen Team-Charta kommt
Ob ihr euch gerade erst über Vasper gematcht habt oder schon seit einem Jahr zusammen baut: Ein gutes Working Agreement ist eine der besten Versicherungen gegen spätere Gründerdramen.
Warum euer Gründerduo ein Working Agreement braucht
Viele Gründer starten mit viel Energie und Vertrauen. "Wir verstehen uns super, das passt schon" – bis der erste richtige Druck kommt: Launch verschoben, Runway wird knapp, Investor zickt, erster Mitarbeiter kündigt. In genau diesen Phasen zeigt sich, wie stabil eure Zusammenarbeit wirklich ist.
Ohne klaren Rahmen passiert oft Folgendes:
- Unausgesprochene Erwartungen: Einer rechnet mit 60-Stunden-Wochen, der andere mit einem entspannten Side-Hustle.
- Rollen-Chaos: Beide mischen sich überall ein, oder wichtige Tasks bleiben liegen, weil "ich dachte, du machst das".
- Schwelende Konflikte: Feedback wird nur im Affekt gegeben oder gar nicht – bis irgendwann die Bombe platzt.
- Ungerechtes Commitment-Gefühl: Einer hat das Gefühl, mehr zu geben (Zeit, Geld, Risiko) und wird innerlich immer bitterer.
Ein Working Agreement löst diese Probleme nicht magisch, aber es tut drei Dinge:
- Es macht Erwartungen explizit – ihr schreibt auf, was ihr voneinander braucht.
- Es schafft Referenzpunkte – bei Konflikten könnt ihr auf etwas verweisen, dem ihr beide zugestimmt habt.
- Es fördert schwierige Gespräche früh – statt Streit nach 18 Monaten habt ihr bewusstere Gespräche nach 2–3 Wochen.
Ein gutes Working Agreement ist wie ein Pre-Nup fürs Gründerduo – nur dass es nicht vom Trennungsfall ausgeht, sondern eure Zusammenarbeit stärken soll.
Gerade wenn ihr euch über eine Plattform wie Vasper gefunden habt und euch noch nicht jahrelang kennt, ist so eine Team-Charta Gold wert.
Die 7 Kernbereiche eines starken Working Agreements
Ihr müsst das Rad nicht neu erfinden. In der Praxis haben sich sieben Kernbereiche bewährt, die jedes Gründerduo einmal bewusst durchdeklinieren sollte:
- Vision & Ambitionslevel
- Rollen & Verantwortlichkeiten
- Erreichbarkeit & Arbeitsrhythmus
- Entscheidungsprozesse
- Feedback & Kommunikation
- Konfliktlösung
- Urlaub, Gesundheit & Grenzen
Wir gehen jeden Bereich durch, mit Fragen und Beispiel-Formulierungen, die ihr direkt in eure Charta übernehmen oder anpassen könnt.
1. Vision & Ambitionslevel: Wollen wir dasselbe Spiel spielen?
Das wichtigste Alignment-Thema kommt oft viel zu kurz: Was wollt ihr mit diesem Startup wirklich erreichen? Ein profitables, aber entspanntes Lifestyle-Business ist etwas komplett anderes als die Jagd auf ein Unicorn mit 100-Stunden-Wochen und aggressivem VC-Funding.
Fragen zur Klärung
- Wie groß soll dieses Unternehmen realistisch werden (Umsatz, Teamgröße, Markt)?
- Wie viel Risiko bist du bereit zu tragen (Job kündigen, eigenes Geld investieren, Gehaltsverzicht)?
- Wie stehst du zu externem Kapital (Bootstrapping, Angel, VC)?
- Wie lange bist du bereit, in der Validierungsphase sehr wenig oder gar nichts zu verdienen?
Beispiel-Formulierungen
„Wir verfolgen gemeinsam das Ziel, ein VC-fähiges Unternehmen mit Potenzial für einen 8-stelligen Jahresumsatz aufzubauen. Wir sind bereit, in den nächsten 24 Monaten unsere Arbeitszeit und unser Einkommen deutlich zu reduzieren, um dieses Ziel zu erreichen.“
„Wir bauen bewusst ein nachhaltiges, profitables Unternehmen ohne aggressives VC-Funding. Wachstum ist wichtig, aber nicht auf Kosten unserer Gesundheit oder Familien.“
Ihr müsst hier nicht denselben Satz unterschreiben – aber wenn eure Antworten komplett auseinanderlaufen, habt ihr ein Problem, das kein cleveres Equity-Splitting löst.
2. Rollen & Verantwortlichkeiten: Wer ist für was „CEO“?
Gerade in frühen Phasen macht ihr beide „alles“. Trotzdem sollte es pro Bereich eine klare Ownership geben – jemand, der den Hut aufhat, Entscheidungen vorantreibt und accountable ist.
Typische Bereiche im Gründerduo
- Produkt & Tech (Architektur, Roadmap, Code-Qualität)
- Customer & Go-to-Market (Sales, Marketing, Support)
- People & Culture (Hiring, Kultur, interne Kommunikation)
- Finance & Legal (Runway, Budget, Verträge, Cap Table)
- Fundraising & Investor Relations
Ihr könnt diese Bereiche eurem Setup anpassen, aber am Ende sollte klar sein: Wer ist „Driver“, wer ist „Support“?
Beispiel-Formulierung
„Für jeden Kernbereich gibt es eine/n Primary Owner. Diese Person trifft im Alltag operative Entscheidungen in ihrem Bereich, holt aber bei strategischen Entscheidungen das Alignment des Duos ein. Wir halten unsere Bereiche aktuell in einem gemeinsamen Dokument fest und reviewen sie alle 3 Monate.“
Rollen sind nicht für immer. Aber nichts ist frustrierender, als ständig in denselben Bereich „reinzuregieren“, ohne dass klar ist, wer am Ende wirklich entscheidet.
3. Erreichbarkeit & Arbeitsrhythmus: Wann sind wir wirklich „on“?
Besonders wenn einer von euch noch angestellt ist oder ihr remote arbeitet, sind klare Regeln zur Erreichbarkeit kritisch. „Wir schreiben einfach, wenn was ist“ führt schnell zu latentem Druck und Frust.
Fragen zur Klärung
- Wie viele Stunden pro Woche committen wir realistisch – und ab wann ändert sich das?
- Welche Kernzeiten gibt es, in denen wir beide erreichbar sein müssen?
- Welche Tools nutzen wir für was (Slack, WhatsApp, E-Mail, Notion, Jira…)?
- Wie gehen wir mit Wochenenden und Abenden um?
Beispiel-Formulierungen
„In der aktuellen Phase (nebenberuflich) committen wir beide mindestens 15 Stunden pro Woche für das Startup. Unsere Kernzeit ist Montag bis Donnerstag von 19:30–21:30 Uhr. In dieser Zeit sind wir erreichbar und können schnelle Entscheidungen treffen.“
„Slack ist unser Hauptkommunikationskanal. WhatsApp nutzen wir nur für echte Notfälle (z.B. Produktionsausfälle, wichtige Deals). Am Wochenende erwarten wir keine Reaktionen, außer es wurde explizit anders vereinbart.“
Wichtig: Schreibt auch auf, was nicht gilt. Zum Beispiel: „Es gibt keine Erwartung, dass Nachrichten innerhalb von 30 Minuten beantwortet werden.“ Diese Entlastung wirkt Wunder.
4. Entscheidungsprozesse: Wie vermeiden wir Dauerdebatten?
Viele Gründerduos verhaken sich in endlosen Diskussionen, weil nie klar ist, wer eigentlich entscheidet – oder nach welchem Prinzip. Am Anfang fühlt sich „alles gemeinsam entscheiden“ fair an, ist aber nicht skalierbar.
Bewährte Entscheidungsprinzipien
- „Disagree & Commit“: Wir diskutieren intensiv, treffen dann eine Entscheidung und stehen beide dahinter – auch, wenn einer anderer Meinung war.
- „One-way vs. Two-way Doors“: Reversible Entscheidungen (z.B. Button-Farbe) werden schnell vom Owner getroffen. Irreversible Entscheidungen (z.B. Firmenstandort, Investor an Bord holen) entscheiden wir gemeinsam.
- „Default-to-Trust“: Im Zweifel folgt der Nicht-Experte dem Urteil des Experten in diesem Bereich.
Beispiel-Formulierung
„Strategische Entscheidungen mit hoher Tragweite (Equity, Fundraising, Marktwechsel, Hires > 100k OTE) treffen wir gemeinsam und dokumentieren sie schriftlich. In allen anderen Fällen entscheidet der Owner des jeweiligen Bereichs nach Anhörung der anderen Person nach dem ‚Disagree & Commit‘-Prinzip.“
„Können wir uns bei einer wichtigen Entscheidung auch nach zwei Gesprächen nicht einigen, holen wir innerhalb von 72 Stunden eine externe Sparringsperson hinzu (Mentor, Angel, erfahrener Gründer) und committen uns, ihre Einschätzung ernsthaft zu berücksichtigen.“
5. Feedback & Kommunikation: Wie reden wir miteinander, wenn es ernst wird?
Resiliente Gründerduos haben eine Sache gemeinsam: Sie können sich die Wahrheit sagen, ohne sich zu zerstören. Das passiert nicht automatisch. Ihr braucht bewusst definierte Feedback-Rituale und Kommunikationsregeln.
Feedback-Rituale
- Wöchentliches Founder-1:1: 30–60 Minuten nur für euch zwei, ohne Operatives. Fokus: Zusammenarbeit, Stimmung, offene Punkte.
- Retrospektiven: Alle 4–6 Wochen ein Rückblick: Was lief gut? Was nervt? Was ändern wir?
- „No Surprises“-Regel: Kritik kommt zeitnah und im direkten Gespräch, nicht nach Monaten im Frust-Monolog.
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Beispiel-Formulierungen
„Wir führen einmal pro Woche ein Founder-1:1 von mindestens 30 Minuten. Agenda: (1) Wie geht es dir persönlich? (2) Was nervt dich gerade in unserer Zusammenarbeit? (3) Wo brauchst du mehr/ weniger Unterstützung von mir?“
„Wir geben uns Feedback nach dem Muster: Beobachtung – Wirkung – Wunsch. Keine pauschalen Urteile über die Person, sondern konkrete Situationen.“
Beispiel:
„Als du gestern im Call dreimal ins Wort gefallen bist, hatte ich das Gefühl, dass meine Perspektive nicht zählt. Ich wünsche mir, dass wir uns im nächsten Pitch gegenseitig bewusst Raum geben.“
Solche Sätze fühlen sich am Anfang ungewohnt an, verhindern aber, dass Kritik als persönlicher Angriff ankommt.
6. Konfliktlösung: Was tun, wenn wir uns richtig verkrachen?
Ihr werdet euch streiten. Punkt. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie. Genau deshalb gehört ein klarer Konflikt-Mechanismus in eure Team-Charta.
Typische Konfliktquellen im Gründerduo
- ungleiche Arbeitsbelastung (Realität vs. Wahrnehmung)
- Geld & Gehalt (wer verdient wie viel, ab wann?)
- strategische Richtungswechsel
- Umgang mit externem Druck (Investoren, Kunden, Partner)
Bausteine eurer Konfliktvereinbarung
- Cooling-off-Phase: Keiner schreibt im Rage-Modus Nachrichten mitten in der Nacht.
- Klärungsformat: Ein definiertes Gesprächsset-up, wenn der normale Austausch nicht reicht.
- Externe Moderation: Eine Person oder Rolle, die euch im Ernstfall mediativ unterstützt.
Beispiel-Formulierung
„Bei ernsthaften Konflikten committen wir uns zu folgendem Prozess: (1) Wir vertagen die Diskussion für mindestens 12 Stunden, um emotional abzukühlen. (2) Wir vereinbaren einen 60–90-minütigen Klärungstermin, den wir strukturiert durchführen (jeder schildert seine Sicht, wir sammeln Interessen, nicht nur Positionen). (3) Falls wir danach keine Lösung finden, holen wir innerhalb von 7 Tagen eine neutrale Drittperson als Moderatorin hinzu (z.B. Mentor, Coach, erfahrener Gründer).“
„Wir akzeptieren, dass niemand im Affekt Drohungen ausspricht wie ‚Dann geh ich halt‘. Solche Aussagen sind ein No-Go und werden im nächsten Founder-1:1 thematisiert.“
Das klingt formeller, als es ist – aber im Ernstfall seid ihr froh, wenn ihr nicht bei null anfangen müsst.
7. Urlaub, Gesundheit & Grenzen: Wie bleiben wir langfristig leistungsfähig?
Viele Gründer glorifizieren den Dauer-Hustle, bis Körper oder Kopf irgendwann dicht machen. Ein nachhaltiges Gründerduo schützt seine Leistungsfähigkeit als Asset – durch klare Vereinbarungen zu Erholung und Gesundheit.
Fragen zur Klärung
- Wie viele Urlaubstage pro Jahr sind realistisch – auch in der frühen Phase?
- Wie gehen wir mit Krankheit um (physisch & mental)?
- Welche Signale wollen wir ernst nehmen (Schlaf, Reizbarkeit, Konzentration)?
- Welche Zeiten sind für uns persönliche No-Go-Zonen (z.B. Familienzeit, bestimmte Wochentage)?
Beispiel-Formulierungen
„Wir nehmen beide mindestens 15 zusammenhängende Urlaubstage pro Jahr, auch in intensiven Phasen. Spätestens 6 Wochen im Voraus stimmen wir unsere Abwesenheiten ab und dokumentieren sie im gemeinsamen Kalender.“
„Wenn einer von uns merkt, dass er mental am Limit ist (z.B. anhaltende Schlafprobleme, Gereiztheit, Motivationsloch), spricht er es im Founder-1:1 an. Unser Ziel ist nicht, zu funktionieren um jeden Preis, sondern das Unternehmen dauerhaft gesund führen zu können.“
„Nach 21 Uhr und an Sonntagen schicken wir nur Nachrichten, wenn es wirklich zeitkritisch ist – und kennzeichnen das explizit. Sonst gilt: asynchron, kein Erwartungsdruck.“
Equity, Geld & Exit – gehören sie ins Working Agreement?
Harte Themen wie Equity-Verteilung, Vesting, Gehälter und Exit-Szenarien gehören zwingend vertraglich geregelt (Gesellschaftsvertrag, Gesellschaftervereinbarung). Aber es ist hilfreich, wenn ihr dazu auch im Working Agreement eure gemeinsame Haltung festhaltet.
Was ins Legal-Dokument, was in die Team-Charta gehört?
- Rechtlich bindend (Anwalt, Notar): Equity-Anteile, Vesting, Good-/Bad-Leaver-Regeln, Liquidationspräferenzen etc.
- Kulturell bindend (Working Agreement): Was empfinden wir als fair? Wann sprechen wir Anpassungen an? Wie gehen wir damit um, wenn sich Commitments drastisch ändern?
Beispiel-Formulierung für die Team-Charta
„Wir streben eine Equity-Verteilung an, die vor allem zukünftige Beiträge (Zeit, Verantwortung, Risiko) abbildet – nicht nur vergangene Investitionen. Wenn sich unsere Commitments substanziell ändern (z.B. einer reduziert dauerhaft auf 10h/Woche), sprechen wir spätestens nach 3 Monaten offen über eine Anpassung von Rollen, Gehältern und ggf. Equity-Struktur.“
„Falls einer von uns einen Ausstieg ernsthaft in Betracht zieht, spricht er das so früh wie möglich an – idealerweise Monate, nicht Wochen vorher. Unser Ziel ist, einen respektvollen, geregelten Ausstieg zu ermöglichen, statt einen Burn-out oder eine implodierende Zusammenarbeit zu riskieren.“
Diese Sätze ersetzen keinen Juristen, schaffen aber eine ethische Grundlage – besonders wichtig, wenn ihr euch noch nicht ewig kennt.
So erstellt ihr euer Working Agreement in 3 Sessions
Ihr müsst dafür kein Offsite im Spa buchen (auch wenn ein Co-Founder-Retreat sicher nicht schadet). Drei fokussierte Sessions à 90–120 Minuten reichen, um eine erste Version eurer Team-Charta zu bauen.
Session 1: Vision, Ambition & Rollen
- Teilt eure persönliche Vision und eure Lebensziele für die nächsten 5–10 Jahre.
- Diskutiert, wie das Startup in dieses Bild passt.
- Definiert grob, welche Bereiche ihr jeweils primär owned.
- Dokumentiert direkt live (z.B. in Notion, Google Doc, Linear).
Session 2: Arbeitsrhythmus, Entscheidungen, Kommunikation
- Legt Kernarbeitszeiten, Erreichbarkeitsregeln und Tools fest.
- Definiert, welche Entscheidungen ihr gemeinsam trefft vs. delegiert.
- Plant euer wöchentliches Founder-1:1 und Feedback-Formate.
Session 3: Konflikte, Gesundheit & harte Themen
- Entwerft euren Konfliktlösungsprozess.
- Sprecht offen über Urlaub, mentale Gesundheit und persönliche Grenzen.
- Skizziert eure gemeinsame Haltung zu Equity, Geld und Exit (als Vorbereitung auf juristische Verträge).
- Zum Abschluss: Lest das Dokument laut durch und ergänzt, was fehlt.
Wichtig: Das Working Agreement ist ein lebendes Dokument. Legt direkt fest, wann ihr es wieder anfasst – zum Beispiel alle 3 oder 6 Monate oder bei wichtigen Meilensteinen (Seed-Runde, erste 5 Hires, Vollzeit-Einstieg beider Gründer).
Vorlage: Struktur für euer eigenes Working Agreement
Zum Abschluss bekommst du eine kompakte Struktur, die du direkt kopieren und für euch adaptieren kannst:
- 1. Unser gemeinsames Ziel
– Wofür steht dieses Startup?
– Wie groß denken wir das Ganze?
– Welche Art von Company wollen wir NICHT bauen? - 2. Rollen & Verantwortlichkeiten
– Wer ist Owner für welche Bereiche?
– Wo erwarten wir voneinander aktiven Sparring?
– Welche Themen entscheiden wir immer gemeinsam? - 3. Arbeitsrhythmus & Erreichbarkeit
– Weekly Commitment (Stunden, Tage)
– Kernzeiten & No-Go-Zeiten
– Unsere Tool-Landschaft (für Chat, Tasks, Docs, Async-Updates) - 4. Entscheidungsprinzipien
– Wann entscheiden wir gemeinsam, wann entscheidet der Owner?
– Wie gehen wir mit Unentschieden um?
– Wie dokumentieren wir wichtige Entscheidungen? - 5. Kommunikation & Feedback
– Wöchentliches Founder-1:1 (Tag, Dauer, fixe Fragen)
– Feedback-Regeln (z.B. Beobachtung – Wirkung – Wunsch)
– Was wir vermeiden (z.B. Kritik per Voice-Note late night) - 6. Konfliktlösung
– Was tun wir in akuten Streit-Situationen?
– Wer kann uns extern moderieren?
– Welche Verhaltensweisen sind für uns No-Gos? - 7. Urlaub, Gesundheit & persönliche Grenzen
– Urlaubstage & Absprachen
– Umgang mit Krankheit (physisch & mental)
– Individuelle Grenzen (Familienzeit, bestimmte Tage/Zeiten, Werte) - 8. Geld, Equity & Exit (Haltung, nicht Vertrag)
– Was empfinden wir als fair?
– Umgang mit veränderten Commitments
– Wie sprechen wir einen potenziellen Ausstieg an? - 9. Review & Anpassung
– Wie oft reviewen wir dieses Working Agreement?
– Was löst ein Ad-hoc-Review aus (z.B. Funding, Team-Wachstum)?
Wenn ihr dieses Gerüst einmal sauber für euch ausgefüllt habt, seid ihr als Duo nicht „fertig“ – aber ihr seid mehreren Jahren Trial & Error vieler anderer Gründer voraus.
Fazit: Ein gutes Gründerduo entsteht nicht durch Zufall
Die meisten Gründer stecken mehr Zeit in ihr Pitch-Deck als in ihre Zusammenarbeit. Das ist absurd – denn ein starkes Gründerduo ist euer größter Hebel bei Investoren, beim Hiring und im Alltag.
Ein Working Agreement ist keine Bürokratie, sondern ein Fokus-Tool:
- Es zwingt euch, über die wirklich harten Fragen zu sprechen, bevor sie euch einholen.
- Es macht Erwartungen, Grenzen und Verantwortlichkeiten explizit.
- Es gibt euch eine gemeinsame Referenz, wenn es knirscht.
Wenn ihr euch gerade als Co-Founder gefunden habt – vielleicht sogar über eine Plattform wie Vasper – ist jetzt der perfekte Moment, diese Basis zu legen. Später ist es immer schwieriger, alte Muster aufzubrechen.
Nutzt die Energie der frühen Phase. Blockt euch drei Abende. Sprecht über alles, was sonst unter den Tisch fällt. Und schreibt es auf.
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